Wilderei

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Die Jagd entwickelte sich im Verlauf des Mittelalters weitgehend zu einem Privileg des Adels. Niederwild konnte die bäuerliche Bevölkerung weiter bejagen. Wilderei spielte erst eine größere Rolle, als im 15. Jahrhundert die bayerischen Herzöge das Jagdrecht als Regal beanspruchten und seit dem 16. Jahrhundert Wilderei als Schwerverbrechen ahndeten und mit der Todesstrafe belegten. Der Landesherr monopolisierte die Jagd. Sie wurde zu einem zentralen Element barocken höfischen Lebens. Wilderer gingen allerdings kein großes Risiko ein. Wenn es überhaupt gelang, sie aufzuspüren, waren die Strafen selten hart. Manche Wilderer wurden zu Volkshelden stilisiert und fanden über Wildschützenlieder Eingang in die Volkskultur (Bayerischer Hiasl, Jennerwein). Nach 1800 wurden die Jagdgesetze gelockert, das Jagdregal abgeschafft und die Strafen gemildert. Seit den 1830er Jahren verschärften sich die Konflikte allerdings wieder, denn die von der Grundherrschaft befreiten Bauern lehnten sich dagegen auf, dass die Jagd im Grunde Vorrecht der privilegierten Bevölkerungsschichten blieb. Im 20. Jahrhundert flammte die Wilderei vor allem zu Krisenzeiten (Erster Weltkrieg, Nachkriegszeit und Inflation) wieder auf, um schließlich ein Gelegenheits- und Freizeitdelikt zu werden… Weiter zur Seite das Autors…

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Der Lampl-Sprung in Weiß

Spurensuche zwischen Himmel und Erde

Für das Knäblein Ludwig Geiger war, wenn es in Kreuth zum Fenster hinausschaute, der Leonhardstein mit seinen 1452 Höhenmetern die Herausforderung an sich. Mit jedem Zentimeter, um den der Knabe Ludwig heranwuchs, verlor der Leonhardstein natürlich seine Wucht – aber die Herausforderung blieb, es mit dem Berg aufzunehmen. Und so entschloss sich der Siebzehnjährige, den legendären Fluchtweg des Wilderers Lampl, der sich mit einem Sprung vom Leonhardstein vor seinen Verfolgern rettete, nachzuvollziehen, und befuhr als Erster das steile Südostband des Leonhardstein mit Skiern. Dr. med. Ludwig Geiger, mittlerweile 62, leitet heute das Institut für Sport- und Präventivmedizin in Rosenheim/ Kolbermoor – und hier sind die Auszüge aus seinem Tagebuch von damals, im Singularis Majestatis geschrieben, wie es sich für diese alpinistische Pioniertat gehört… Weiter zur Seite das Autors…

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Der gejagte Jäger

Nahaufnahme eines österreichischen Volkssports – das Wildern

Das Blut schwappt in Herzschlägen über den Stein. Es teilt sich in viele Ströme, die den Fels hinabfließen, sich wieder vereinen, um sich erneut zu trennen. An manchen Stellen stockt es, dann staut sich das Blut zu kleinen Pfützen, die bald überlaufen, breiig und warm. Dunkelrot tropfen sie auf weißen Schnee…. Weiter zur Seite das Autors…

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